La Palma und die Wissenschaft – das Astrophysische Observatorium

La Palma beherbergt eine der best ausgerüsteten Sternwarten der Welt. 15 verschiedene Teleskope werden hier von Wissenschaftlern und ganzen Instituten für ihre Grunglagenforschung benutzt. Zwar befindet sich die Sternwarte geologisch in Westafrika, sie ist aber doch eine Europäischen Nordsternwarte. Das liegt daran, dass La Palma zu Spanien gehört und somit europäisch ist und die Kanaren auf der Nordhalbkugel liegen.

Astrophysiker aus 19 Ländern und 60 Institutionen gründeten 1984 zusammen das Observatorio Astrofisico. Es wurde auf der ganzen welt nach dem richtigen Standort gesucht und La Palma hat einfach optimale Bedingungen. Hoch über den Wolken, die die Luft zusätzlich oben klar halten, ist die Atmosphäre rein und die Sicht klar. Die Nächte sind wolkenlos und sternenklar und vor allem gibt es keine Lichtverschmutzung, was mittlerweile ein weltweites Problem darstellt. Die Sternwarte befindet sich auf dem höchsten Berg La Palmas, auf dem Roque de los Muchachos. Sie liegt auf 2350m bis 2400m Höhe.

Seit 2007 befindet sich das größte Weltraum- Spiegelteleskop Europas auf La Palma. Sein Name ist Gran Telescopio Canarias, aber es wird liebevoll Gran TeCan genannt. Es ist 27m hoch, der Hauptspiegel hat einen Durchmesser von fast 11m und die Kuppel hat 33m an Durchmesser. Das Projekt entstand allein auf der Initiative des Astrophysischen Institutes der Kanaren und der Kanarischen und der Spanischen Regierung. Daran beteiligt haben sich auch die USA und Mexiko. Es wurde damals feierlich vom damaligen spanischen Kronprinz Felipe für den Testbetrieb eingeweiht. 2008 war es dann soweit, dass man in den normalen Betrieb übergehen konnte. Brian May, der ehemalige Gitarrist der Gruppe Queen komponierte sogar extra einen Song für die Einweihung. Er war früher ein Student der Astrophysik auf den Kanaren und nach der Karriere mit Queen nahm er wieder das Studium auf Teneriffa wieder auf.

Im August 2004 wurde das Imaging Atmospheric Cherenkov Telescope, oder kurz Magic IACT, in Betrieb genommen. Es hat 17m Durchmesser und 246m² Spiegeln, die Gamma- Strahlung messen. Das Magic IACT ist eine Kooperation von Deutschland, Spanien und Italien. Das Wilhelm Herschel Teleskop, das WHT, war bis zur Inbetriebnahme des Gran TeCan das größte Teleskop auf La Palma und wird von Großbritannien aus betrieben. Es dient zur Beobachtung von Planeten, Asteroiden, Kometen, ganzen Galaxien und den immernoch rätselhaften Schwarzen Löchern und ist bis heute eines der wichtigsten Teleskope der Welt. Das größte Solarteleskop in Europa ist das Schwedische 1-m Solar Teleskope und es ist gleichzeitig das zweitgrößte der Welt. Es wird vom Institut für Solarphysik der Königlichen Schwedischen Akademie der Wissenschaft betrieben und liefert unglaubliche Bilder der Sonne. Mit seiner Hilfe sollen Fragen über die Sonnenflecken und über die Magnetfelder der Sonne geklärt werden.

Besuch der Sternwarte

Wer Interesse an einem Besuch der Sternwarte auf dem Roque de los Muchachos hat, der fährt mit dem Mietauto hoch oder nimmt die Wanderroute. Doch sollte man sich gut informieren, denn der Instituto de Astrofisica de Canarias, der IAC, gibt jährlich ab Mai bekannt, an welchen 3 bis 4 Tagen in den Sommermonaten es möglich ist die Sternwarte zu besuchen. Dafür ist eine Anmeldung erforderlich, die telefonisch, per Fax oder per Email erfolgen muss. Gruppen haben ausserdem die Möglichkeit bei der Administartion des Observatorio del Roque de los Muchachos, dem ORM, in Santa Cruz de La Palma um einen Termin anzufragen. Einzelpersonen steht diese Möglichkeit leider nicht zu, da es sich ja hierbei um kein Planetarium sondern um eine Einrichtung für Grundlagenforschung handelt.

Bei den Tagen der offenen Tür bekommen die Besucher durch die Führungen der Wissenschaftler einen Einblick in die Forschungsarbeiten am Observatorium.

Die Adresse des Observatoriums lautet:
Apartado de Correos 303
38700 Santa Cruz de La Palma
La Palma/ Kanarische Inseln
Spanien

Astrophysische Observatorium Instituto de Astrofisica de Canarias